Schwangerschaft und Geburt in Corona-Zeiten

Die Pandemie ist für alle eine Herausforderung. Besonders werdende Mütter fühlen sich in der aktuellen Zeit unsicher: Wie wird die Geburt in der Klinik ablaufen? Ist eine Hausgeburt womöglich sicherer? Und welche Auswirkungen haben die bundesweiten Kontaktbeschränkungen auf die Vor- und Nachsorge? Hier sind die wichtigsten Fakten.

#1 Vorsorgeuntersuchungen und Hebammenvorsorge wie gewohnt

Grundsätzlich gilt in einem Lockdown: Arztbesuche sind erlaubt. Habt ihr eine unauffällige Schwangerschaft und wollt unnötige Wege vermeiden, fragt eure Hebamme, ob sie Vorsorgetermine im häuslichen Umfeld anbietet. Die Untersuchung von Urin, Blut, Blutdruck und Gewicht sowie die Überprüfung der Herztöne eures Babys gehören zu den üblichen Hebammentätigkeiten. Nur für einen Ultraschall und wenn ihr Auffälligkeiten wahrnehmt, solltet ihr weiterhin zum Frauenarzt gehen.

#2 Geburtsvorbereitungskurse finden digital statt

Die Geburt ist ein aufregendes und mitunter angsteinflößendes Ereignis im Leben werdender Eltern. Die Teilnahme an einem Geburtsvorbereitungskurs ist daher vor allem beim ersten Kind ratsam, denn umfassende Informationen und Antworten auf die vielen Fragen rund um die Geburt geben Sicherheit. Auch spezielle Yoga- oder Pilates-Kurse für Schwangere sind für viele Mamis in spe ein wichtiger Wegbegleiter.

Während des Lockdowns finden Informationsabende oder Kurse in Kliniken und Sportstudios nur digital statt. Die meisten Kranken- oder Geburtshäuser führen die Teilnehmer virtuell durch ihre Räumlichkeiten und beantworten alle Fragen, so dass Eltern sich einen guten Eindruck verschaffen können.

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#3 Die Regeln für den Kreißsaal sind regional unterschiedlich

Die Vorstellung, eine Geburt allein durchzustehen, löst bei vielen Schwangeren Unbehagen aus. Wie also steht es in Zeiten von Corona um die Begleitperson im Kreißsaal? Die gute Nachricht: In beinahe allen bundesweiten Kreißsälen ist es erlaubt, dass euch der Partner unterstützt. 

Einige Einrichtungen lassen die Begleitperson jedoch erst ganz am Ende der Geburt zu, in der sogenannten Austreibungsphase, etwa wenn der Muttermund fast vollständig geöffnet ist. Eine Begleitung während der Geburtseinleitung ist in den meisten Fällen nicht gestattet. Da es in Abhängigkeit von der lokalen Infektionsrate regionale Unterschiede gibt, solltet ihr euch rechtzeitig bei der Klinik eurer Wahl über die aktuellen Regelungen informieren.

#4 Ein Mundschutz während der Geburt ist nicht zwingend Pflicht

Eine Geburt mit Mundschutz? Für die meisten werdenden Mütter eine Horrorvorstellung! Für das Personal, also Ärzt:innen und Hebammen, ist die Maske verpflichtend, für die gebärenden Frauen gelten regional unterschiedliche Regeln.

Manche Kliniken bieten spezielle Masken aus dünneren Stoffen an, die weniger störend sein sollen. Andernorts dürft ihr den Schutz unter Umständen ablegen. Ob Maskenpflicht im Kreißsaal besteht, erfahrt ihr in der Regel bereits auf der Website eurer Klinik. Informiert euch bestenfalls vorab, damit ihr mental darauf vorbereitet seid.

#5 Besuche auf der Wochenbettstation sind nur eingeschränkt möglich

Endlich hat der Nachwuchs das Licht der Welt erblickt: Nicht nur ihr als Eltern, auch Angehörige möchten das Baby sobald wie möglich mit Liebe überschütten. Solange frisch gebackene Mütter auf der Wochenbettstation liegen, sind Besuche durch den Partner aktuell nur sehr eingeschränkt möglich. 

Verwandte müssen sich gedulden, bis ihr wieder zu Hause seid. Das Besuchsrecht ist dabei vom regionalen Infektionsgeschehen abhängig, so dass ihr euch bei eurer Wunschklinik über die Bestimmungen schlau machen solltet.

#6 Geburten in Geburtshäusern unterliegen den regionalen Vorgaben

Manche Frauen fühlen sich in einem Geburtshaus, also einer von Hebammen betriebenen Einrichtung, besser aufgehoben als in einer klassischen Klinik. Die Mehrheit der deutschen Geburtshäuser hält die Geburtshilfe aktuell aufrecht – natürlich unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen und regionalen Vorschriften zur Eindämmung des Coronavirus. Wie die Betreuung vor Ort im konkreten Fall aussieht und worauf ihr euch rund um die Geburt sowie die Vor- und Nachsorge einstellen müsst, erfahrt ihr direkt bei der Einrichtung eurer Wahl.

#7 Hausgeburten nehmen zu, sind aber nicht für jede Frau geeignet

Laut einem aktuellen Bericht des NDR nimmt die Zahl der Hausgeburten seit Beginn der Pandemie rapide zu. Im Vergleich zum Zeitraum vor Corona verzeichneten Hebammen etwa doppelt so viele außerklinische Geburten.

Expert:innen empfehlen in der Regel die Geburt in einer Klinik und geben nur bei sogenannten Low-Risk-Schwangerschaften grünes Licht für eine Hausgeburt – also bei unproblematischen Schwangerschaftsverläufen von gesunden, jungen Frauen, bei denen keine Risikogeburt zu erwarten ist. Wer sich dennoch dafür interessiert, sollte sich frühzeitig eine geeignete Hebamme suchen, denn nur wenige bieten Hausgeburten an. 

#8 Die Nachsorge ist trotz Corona gesichert

Die heimische Nachsorge durch Hebammen ist eine wichtige Stütze für junge Eltern. Daran ändert auch Corona nichts, denn die Tätigkeit einer Hebamme zählt zu den sogenannten systemrelevanten Berufen. Das heißt, die Versorgung von Müttern im Wochenbett und ihren Säuglingen ist weiterhin sichergestellt. Selbstverständlich sind die Hygienevorschriften einzuhalten, auch darf im Regelfall keine weitere Person im Zimmer sein, wenn euch die Hebamme besucht. Im besten Fall besprecht ihr das Nachsorge-Prozedere rechtzeitig und klärt offene Fragen bereits vor der Geburt. Tipp: Einige Hebammen sind aktuell auch per Videocall erreichbar, so dass ihr in dringenden Fällen immer eine Ansprechpartnerin habt.

#9 Online-Angebote ermöglichen den Kontakt zu anderen Müttern

Die soziale Isolation viele Menschen in der aktuellen Corona-Krise. Viele frischgebackene Mütter leiden in besonderem Maße darunter: Ihnen fehlt nicht nur jede Menge Schlaf, sondern auch der Austausch mit Gleichgesinnten. 

Eine tolle Möglichkeit, andere Mamis kennenzulernen, sind Rückbildungskurse, die aktuell online stattfinden. Auch im virtuellen Raum besteht die Chance, in Kontakt zu kommen. Darüber hinaus gibt es viele Facebook-Gruppen für Mamas in der Umgebung und Community-Apps wie Momunity. Die Anwendung ist kostenfrei und hilft dir, dich mit anderen Müttern auszutauschen oder Nachbarschafts-Treffen – natürlich mit Abstand – zu organisieren.

Stand: März 2021

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